Pfotenpflege bei Hunden

Ernährung + Gesundheit

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Pfotenpflege bei Hunden

Die Pfotenpflege bei Hunden ist ein sehr unterschätztes Thema.
Viele Hundehalter: innen sind sich immer noch unsicher, ob die Pfoten des Hundes überhaupt Pflege brauchen. Dabei wäre es so wichtig, die Pfoten des Hundes vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Im Sommer und im Winter brauchen Hunde sogar eine spezielle Pfötchenpflege. Warum das so ist und wie du deinen Hund dabei unterstützen kannst, erfährst du im Folgenden:

Besonders im Winter und im Hochsommer ist eine routinierte Pfotenpflege bei Hunden sinnvoll und schützt euch vor unangenehmen Folgen.

Du kennst das sicher von dir selbst, dass deine Hände bei extrem kalten Temperaturen rissig und spröde werden. Wahrscheinlich cremst du dich dann gut ein und schützt deine Hände mit Handschuhen. Genauso schützt du dich im Sommer vor einem Sonnenbrand. 

Auch unsere Vierbeiner benötigen Unterstützung in diesem Bereich und ihre Pfoten müssen ebenso vor extremen Temperaturen geschützt werden wie unsere. 

Du schützt die Pfoten deines Hundes bereits? Schreib gerne in die Kommentare, wie du das machst! 

Inhaltsverzeichnis

Pfotenpflege Hund

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Die Anatomie der Hundepfote

Wusstest du, dass der Hund auf seinen Zehen läuft?
Darüber hinaus sind die Pfoten unserer Hunde mit Pfotenballen ausgerüstet. Die Pfoten des Hundes sind unseren Händen nicht unähnlich und bestehen aus 5 Zehen und 4 Fußwurzelballen. Außerdem verfügen sie an der Unterseite über Pfotenballen. Diese Pfotenballen bieten dem Hund auch Schutz in unwegsamen Gelände.

Hunde, die viel draußen unterwegs sind, haben dickere und rauere Pfotenballen. Geht ihr mit eurem Hund also gerne wandern oder seid ihr viel mit eurem Hund auf Asphalt unterwegs, wird er mehr Hornhaut auf den Pfoten haben als ein Hund, der ausschließlich auf weichem Gras läuft. Dies bedeutet das ein Hund, der nicht so viel draußen unterwegs ist oder eben immer auf weicheren Untergrund läuft, empfindlichere Pfoten hat. Zwar haben Hunde eine gewisse Toleranz gegenüber Temperaturschwankungen entwickelt, aber das bedeutet nicht, dass die Hundepfoten nicht vor extremen Temperaturen geschützt werden müssen.

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Was machen Temperaturschwankungen mit den Hundepfoten?

Besonders bei kaltem Wetter können die Ballen leiden und sehr rau und rissig werden. Dies kann auch so weit gehen, dass die Pfoten durch kleine Risse zu bluten beginnen. 

Im Hochsommer können sich der Asphalt und Pflastersteine auf mehr als 60 Grad aufheizen. Deshalb kann es bei sehr heißen Temperaturen passieren, dass die Pfoten verbrennen, was äußerst schmerzhaft ist. 

Ebenso kann die Bildung von Blasen vorkommen. Die innere Hautschicht der Hundeballen verfügt über Schweißdrüsen, jedoch sind sie nicht dafür geeignet, den Vierbeiner zu kühlen, sondern um Geruchsmakierungen für andere Hunde zu hinterlassen. Du hast sicherlich schon einmal bemerkt, dass dein Vierbeiner an heißen Tagen manchmal feuchte Pfotenabdrücke am Boden hinterlässt, was bedeutet, dass Hunde – genau wie Menschen an ihren Händen und Füßen – an den Pfoten schwitzen können.

Soll man Hundepfoten eincremen?

Hundepfoten müssen sehr vielen Belastungen standhalten. Die Wahrheit ist, dass die Pfoten mancher Hunde genauso viel Pflege brauchen wie menschliche Hände und Füße. 

Pfotenpflege bei Hunden sollte in jeder Jahreszeit einen Teil der Gesundheitsroutine deines Hundes sein. 

Daher solltest du die Pfoten deines Hundes eincremen, wenn du merkst, dass sie sehr rau, rissig oder trocken sind. Vermeide aber unbedingt den Einsatz von Lotionen oder Cremes, die du für dich selbst verwendest. Diese Produkte können für den Hund giftige Inhaltsstoffe enthalten. Es kann sein, dass dein Vierbeiner darauf allergisch reagiert oder es sogar zu Vergiftungen kommen kann, wenn er die Cremes ableckt. 

Am besten solltest du Produkte verwenden, die extra für Hundepfoten hergestellt werden, denn sie sind optimal auf den pH-Wert deines Hundes abgestimmt, unparfümiert und enthalten Inhaltsstoffe, die speziell auf seine Bedürfnisse angepasst sind. 

Generell solltest du die Pfoten deines Hundes regelmäßig untersuchen, auch zwischen den Zehen. Es kann immer wieder vorkommen, dass der Vierbeiner zwischen seinen Zehen einen Fremdkörper hat, der ihn schmerzt. Auch Zecken können sich festsaugen, deswegen untersuche die Pfoten deines Hundes am besten täglich. 

Pfotenbalsam selber machen

Das brauchst du für den Pfotenbalsam:

50g Bienenwachsperlen*

50g Sheabutter* (unraffiniert, Bio)

250 ml ozonisiertes Olivenöl*

Creme Tiegelchen aus Braunglas

Wie gestalte ich die Pfotenpflege bei Hunden im Sommer

Vermeide es im Sommer unbedingt mit deinem Hund am heißen Asphalt spazieren zu gehen. Der Grund ist, dass der glühende Asphalt eine große Verletzungsgefahr für die Pfoten des Hundes birgt. 

Verlege die großen Runden am besten in die frühen Morgenstunden und auf den Abend. Wenn du doch einmal mit deinem Hund kurz raus musst, damit er sich lösen kann, teste die Hitze am Asphalt zuerst, indem du deinen Handrücken für 7 Sekunden rauf hälst. Wenn der Straßenboden für dich zu heiß ist, um die Hand dauerhaft darauf zu halten, ist er auch für deinen Hund zu heiß, um darauf spazieren zu gehen. 

Hunde können sich die Pfoten am heißen Asphalt ernsthaft verbrennen und Wunden davon tragen. Bringe ihn also nicht in diese Gefahr und weiche auf Wald- und Schattenwege aus. 

Wie gefährlich ist Streusalz für die Hundepfoten?

Der Winter kann auch sehr beschwerlich für Hundepfoten sein. 

Ganz besonders gefährlich ist das Streusalz. Nicht nur, dass es die Pfoten des Hundes austrocknet und rissig macht, es kann auch noch zu Magen-Darm-Beschwerden beim Hund führen – wenn der Hund seine Pfoten ableckt, weil das Streusalz juckt.

Daher ist es im Winter von hoher Wichtigkeit, dass man die Hundepfoten nach jedem Spaziergang abduscht. Verbleibt das Streusalz auf den Pfoten des Hundes, kann es zu starkem Juckreiz kommen, den der Hund zu lindern versucht, indem er die Pfoten leckt. Dabei nimmt er das Salz auf und es kann zu Erbrechen und Durchfall kommen. Folgende Maßnahmen können im Winter dabei helfen, die Pfoten deines Hundes zu schützen: 

  • Hundeschuhe als Schutz vor Streusalz und Kälte 

Gerade bei Hunden, die sehr empfindliche Pfoten haben oder sehr empfindlich auf Streusalz reagieren, haben sich Hundeschuhe bewährt. Ziehe deinem Hund die Schuhe aber nicht einfach so an, sondern trainiere das Anziehen mit deinem Hund. Am besten startest du damit in Form eines Desensibilisierungstrainings bei dir zu Hause vor der Wintersaison, damit dein Vierbeiner dann im Winter mit dem Tragen kein Problem hat. 

  • Die Hundepfoten nach jedem Spaziergang abduschen 

Nach jedem Spaziergang und Kontakt mit Streusalz sollten die Pfoten deines Hundes abgeduscht und getrocknet werden. Neigt dein Hund dazu, Schneeballen an den Pfoten zu bilden, schmiere die Pfoten vor jedem Spaziergang mit Hirschtalgcreme oder einer Pfotenpflege aus dem Handel ein. Vergiss beim Eincremen nicht die Zehenzwischenräume. So ist die Chance sehr hoch, dass die Klumpen nicht so hängen bleiben. 

  • Schneide dem Hund das Fell an den Pfoten 

Befreie die Pfoten deines Hundes an den Ballen von überschüssigen Fell, damit die Schneeklumpen nicht hängen bleiben. Je weniger Fell vorhanden ist, an dem sich der Schnee festsetzen kann, desto weniger Klumpen entstehen. 

Pfotenpflege Routine das ganze Jahr über

Du solltest am besten das ganze Jahr über Pfotenpflege bei deinem Hund betreiben. Neben dem regelmäßigen Untersuchen auf Fremdkörper gehört das Trimmen der Zehenzwischenräume dazu. Besonders für Senioren Hunde ist dies sehr wichtig, da sie so mehr Halt am Boden haben. Wenn du siehst, dass dein Hund raue oder sehr trockene Pfoten hat, creme ihn ein. Eine gute Möglichkeit, die Pfoten deines Hundes weich und geschmeidig zu halten, ist Kokosöl. Der Vorteil von Kokosöl ist, dass der Hund es ohne Bedenken ablecken kann und es eine Schutzschicht um die Pfoten legt. Auch Ringelblumencremes und Hirschtalgsalben sind gut geeignet, um die Pfoten deines Vierbeiners gesund zu halten. 

Krallenpflege beim Hund

Sehr wichtig ist, dass du auch die Krallen deines Hundes regelmäßig kontrollierst, denn zu lange Krallen können eine Verletzungsgefahr für deinen Hund bergen. Außerdem können zu langen Krallen dafür sorgen, dass Fehlbelastungen entstehen. Die Folge können Gelenkserkrankungen wie Arthrose und Lahmheit sein. Wenn du dir das Schneiden der Krallen nicht zutraust, übernimmt das gerne dein/deine Tierarzt:in für dich oder auch die/der Hundefrisör: in deines Vertrauens. 

Fazit

Um die Pfoten des Hundes gesund zu halten, sollte eine regelmäßige Routine bei der Pfotenpflege bei Hunden etabliert werden. 

Es ist sehr wichtig, die Pfotenballen deiner Fellnase geschmeidig zu halten und vor allem im Winter darauf zu achten, rissige Stellen sofort zu behandeln. 

Streusalz ist Gift für Hunde, weswegen es essenziell ist, die Hundepfoten regelmäßig abzuduschen. 

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Pfotenpflege bei Hunden zur Gesunderhaltung des Hundes maßgeblich beiträgt und wichtig für das Hundeleben ist. 

Lisa
Lisa

ist tierschutzqualifizierte Hundetrainerin und Hundeernährungsberaterin. Ihre Leidenschaft ist das Schreiben über Hundethemen.

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